Posts Tagged ‘Wirtschaftssysteme’

Ken Arrow über Sozialismus

16. März 2017

Dank RWER bin ich auf einen interessanten Text von Ken Arrow aus em Jahr 1978 gestoßen: „A Cautious Case for Socialism„.

In a capitalist society, economic power is very unequally distributed, and hence democratic government is inevitably something of a sham. […] So long as the state power can be democratically run, much of this distortion of the democratic process should be minimized under socialism. Income inequalities should be greatly reduced.

Die Rückkehr der Kaleckianer?

27. April 2011

Brad DeLong fragt sich, warum einflussreiche Gruppen in den USA eine Politik des „sinnloses Schmerzes“ (pain without purpose) einfordern und sich gegen staatliche Maßnahmen zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit sperren.

Barbara Bergmann versucht sich an einer Erklärung:

The prolonged high unemployment is having the effect of putting downward pressure on wages in the high-wage countries. It is also increasing productivity, as the remaining workforce is being worked harder. […] That will likely result in higher profits, both now and in the future. […] The business community likes that.

Dieser Ansatz ist natürlich nicht neu. Schon bei Kalecki kann man im Jahr 1943 über die „politischen Aspekte der Vollbeschäftigung“ lesen:

under a regime of permanent full employment, the ’sack‘ would cease to play its role as a disciplinary measure. The social position of the boss would be undermined, and the self-assurance and class-consciousness of the working class would grow.

Nach Kalecki geht es den Industriekapitänen allerdings nicht mal um Gewinnmaximierung, sondern um die Stabilität des bestehenden Systems:

But ‚discipline in the factories‘ and ‚political stability‘ are more appreciated than profits by business leaders. Their class instinct tells them that lasting full employment is unsound from their point of view, and that unemployment is an integral part of the ’normal‘ capitalist system.

Wie gesagt, der Ansatz ist nicht neu. Neu ist aber, daß man derartige  politökonomische Argumente in einem Journal lesen kann, dessen Editorial Board mit hochangesehenen Ökonomen wie Stiglitz und DeLong bestückt ist. New Economic Thinking eben…

Gelegenheit zur Rückbesinnung

5. April 2011

Freiheit und Recht sind nach unseren geschichtlichen Erfahrungen bedroht durch die Tendenz zur Akkumulation von Besitz und Geld, die die Reichen immer reicher werden läßt, und die Tendenz zur Konzentration des privaten Eigentums an den Produktionsmitteln in wenigen Händen.
Die Tendenzen zur Akkumulation des privaten Kapitals, wie sie etwa in der Verzinsung des Geldes, aber auch in der Wertsteigerung des Bodens sichtbar werden, sind einem über Gewinnstreben und Marktnachfrage gesteuerten Wirtschaftssystem ebenso eigentümlich, wie die Tendenzen zur Konzentration des privaten Eigentums an den Produktionsmitteln. Sie sind die Kehrseite der durch eben diese Mechanismen gesicherten Leistungsfähigkeit eines solchen Wirtschaftssystems.
Dem freien Selbstlauf überlassen müssen eben diese negativen Tendenzen, bei aller ungebrochenen Leistungsfähigkeit, dessen Menschlichkeit am Ende zerstören: durch permanente überprivilegierung der Besitzenden gegenüber den Besitzlosen, der Reichen gegenüber den Armen, der Produzenten gegenüber den Konsumenten, des Faktors Kapital gegenüber dem Faktor Arbeit.

Aus den Freiburger Thesen, dem Parteiprogramm der FDP aus dem Jahr 1971.

Die Wahl eines neuen Vorsitzenden bietet einer Partei immer die Chance einer Rückbesinnung auf ihre Wurzeln und Grundwerte. Ob die FDP dazu willens und fähig ist, muss man allerdings bezweifeln. Die Kandidaten, die als Westerwelle-Nachfolger zur Diskussion stehen, sind mir bisher nicht durch intelligente Beiträge zur Diskussion über Gesellschaftsentwürfe und Wirtschaftssysteme aufgefallen.

Grüner Kapitalismus gescheitert?

14. März 2011

Richard Smith hält den „grünen“ Kapitalismus für gescheitert.

Ich bin geneigt, ihm Recht zu geben.