Posts Tagged ‘USA’

Happy Birthday, USA!

4. Juli 2012

Heute ist der 4. Juli – Unabhängigkeitstag in den USA. Ein guter Tag aber auch für den Rest der Welt. Jaja, die CIA hat viele unschöne Dinge getan, Guantanamo ist noch immer in Betrieb, das weiß ich alles. Trotzdem hat der Erfolg der demokratischen Rebellion gegen das britische Königreich mit dem danach erfolgten Aufstieg der USA zur weltweiten Supermacht insgesamt einen großen Dienst für Werte wie Demokratie und Freiheit geleistet. Das darf man ruhig feiern.

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Nein, Deutschland ist längst nicht so fortschrittlich, wie manch einer denkt

10. Mai 2012

Die Deutschen halten ihr Land gerne für besonders fortschrittlich. Das trifft in manchen Bereichen sicherlich zu, aber eben nicht in allen. Besonders bei Fragen von sozialen und liberalen Errungenschaften, da sind sich viele sicher, bilde Deutschland die Speerspitze des Fortschritts, während ganz besonders die USA auf quasi mittelalterlichem Niveau dahindümpeln.

Auch Marc Pitzke, der für Spiegel Online die neuesten Äußerungen Barack Obamas zum Thema „Homo-Ehe“ kommentiert, stolpert in diese Falle, wenn er schreibt, dass dieses Thema in Europa nur ein „Schulterzucken“ hervorrufe, wohingegen es die USA „spalte“. Wenn er sich da mal nicht täuscht! Es gibt zwar inzwischen eine Reihe europäischer Länder, in denen eine gleichgeschlechtliche Ehe möglich ist. Aber: Diese Möglichkeit ist in den meisten allen Fällen von linken, progressiven Parteien gegen die Stimmen von konservativen und christdemokratischen Parteien durchgesetzt worden! In Spanien waren es Zapateros Sozialisten, die im Parlament eine Mehrheit gegen die PP zusammengebracht haben. Auch in Schweden haben sich die Christdemokraten bis zum Schluss dagegen gewehrt. Und in Deutschland gibt es bis zum heutigen Tage keine gleichgeschlechtliche Ehe, sondern nur eine „eingetragene Partnerschaft“. Aus den Reihen von SPD, Grünen und Linkspartei sind entsprechende Anträge gestellt worden, sie wurden aber regelmäßig von schwarz-gelben Mehrheiten niedergestimmt.

In den USA gibt es immerhin schon sechs Bundesstaaten, die eine gleichgeschlechtliche Ehe ermöglichen. Diese haben gegenüber Deutschland (und Frankreich und Großbritannien und Italien und Russland) eindeutig die Nase vorn.

USklerose

1. Februar 2012

Brad DeLong zeigt uns, wie in den USA zyklische Arbeitslosigkeit zr struktureller Arbeitslosigkeit wird. Das ist für die USA ein völlig neues Phänomen. Früher war es dort immer so, dass die Arbeitslosigkeit nach einer Rezession rasch wieder auf das Vorkrisenniveau gesunken ist. Dadurch gab es quasi keine langfristigen Effekte.

Das ist in Europa schon in den 1970 Jahren anders gewesen. Damals ist es den europäischen Ländern, allen voran Deutschland, einfach nicht gelungen, die Arbeitslosigkeit im Anschluss an die Ölkrisen wieder auf das Vorkrisenniveau zu drücken. Siehe hier:

Man sieht, wie die Arbeitlosigkeit bei den Rezessionen der 1970er nach oben schießt und nach Überwindung der Rezession nicht wirklich abnimmt.

Damals hieß es, das läge an der Arbeitsmarktregulierung. In den USA gäbe es diesen schönen, freien Arbeitsmarkt mit „Hire and Fire“. Dort würden in der Krise Arbeitnehmer entlassen, aber im Aufschwung würden sie dann sofort wieder eingestellt. Das sei eben ein „flexibler Arbeitsmarkt“. Der deutsche Arbeitsmarkt dagegen sei unflexibel und überreguliert, der Kündigungsschutz sei zu stark, die Unternehmen könnten es sich ja gar nicht erlauben, jetzt wieder Arbeitskräfte einzustellen. Herbert Giersch hat dafür den politisch vollkommen unkorrekten Begriff „Eurosklerose“ geprägt.

Ich bin gespannt, wie die Angebotstheoretiker jetzt die neuen Entwicklungen in den USA erklären. Wie kommt es denn, dass man dort jetzt eine ähnliche Entwicklung wie im Deutschland der 1970er Jahre sieht? Ist der US-Arbeitsmarkt etwa inzwischen auch überreguliert und sklerotisch geworden? Wird man jetzt von „USklerose“ sprechen müssen? Aber woher soll die kommen? Mir jedenfalls sind keine neuen Regelungen bekannt, die zu einer Überregulierung des US-Arbeitmarkts geführt hätten. Ist dort der Kündigungsschutz gestärkt worden? Nein. Hat die Stärke der Gewerkschaften zugenommen. Ganz im Gegenteil. Dann muss die Ursache wohl an anderer Stelle zu finden sein…

Die USA bleiben ein Industrieland

27. Januar 2012

In den USA werden wieder Autos gebaut.

Das freut mich sehr. In den USA haben viele Leute lange Zeit geglaubt, man könnte allein mit Finanzdienstleistungen eine Nation mit 300 Millionen Menschen ernähren. Das klappt aber nicht auf Dauer. Irgendjemand muss auch reale Güter herstellen.

Die USA sind noch immer mit Abstand die größte Volkswirtschaft der Welt. Gute Nachrichten aus den USA sind deshalb gute Nachrichten für die Welt.

Amerika in Not

28. April 2011

Paul Krugman zeigt eine Grafik, die das Ausmaß der Misere in den USA sehr deutlich macht:

Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit hat in den USA einen historischen Höchststand erreicht. Langzeitarbeitslosigkeit war dort anders als in Europa nie ein Thema. Das Gesellschaftsmodell der USA beruht aber auf einer Wirtschaftslage mit Vollbeschäftigung. „Wer Arbeit sucht, der findet auch welche“ – dieser Spruch hat in den USA seit dem 2. Weltkrieg immer gegolten. Wer Arbeit suchte, fand manchmal nur lausige McJobs mit miesen Arbeitsbedingungen und Mindestlohnbezahlung, aber er fand immerhin welche. Vor diesem Hintergrund konnten sich die USA ein extrem schwaches soziales Netz leisten, denn (fast) jeder hatte Arbeit oder konnte welche finden. Das hat sich nun geändert.

Auch in Europa ist es nicht schön, über lange Jahre arbeitslos zu sein. Aber dank staatlicher Transferleistungen kann man wenigstens in ordentlichen Wohnungen leben statt im Trailerpark. Die neuen Langzeitarbeitslosen der USA dagegen stehen vor dem Abgrund.

Islamistische Atheisten

30. März 2011

Newt Gingrich, früher mal ein führender republikanischer Politiker, möchte US-Präsident werden. Warum? Weil er Angst hat, dass seine Enkel sonst in einem „atheistischen Staat, der potenziell von radikalen Islamisten dominiert wird,“ leben müssen.

Schon klar. Der islamistische Atheismus gehört nicht zu den USA. Genau so wenig, wie der Islam zu Deutschland gehört, wenn man unserem Innenminister glauben darf.

Ich würde gern wissen, ob die Atomenergie zu Deutschland gehört.