Posts Tagged ‘Medien’

Gute Freunde bei der Presse

2. März 2012

Der Blick von außen ist manchmal sehr erhellend. So blickt zum Beispiel das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel Online von außen in den französischen Wahlkampf und stellt fest:

Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat ist einfach zu brav – und der Amtsinhaber hat gute Freunde bei der Presse.

Den zweiten Teil des Satzes finde ich bemerkenswert. Denn auch in Deutschland gibt es absolute Spitzenpolitiker, die gute Freunde in der Presse haben, entsprechend freundlich behandelt werden und durch die mediale Unterstützung auch in Meinungsumfragen glänzend dastehen. Aber darüber wird in deutschen Medien niemals berichtet. Oder haben Sie schon einmal den Satz „X hat gute Freunde bei der Presse“ über eine der Führungsfiguren der deutschen Politik gelesen? Ich nicht.

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Mein guter Vorsatz für den neuen Monat

1. Februar 2012

Sobald das Wort „Schuldensünder“ in einem Zeitungsartikel auftaucht, werde ich sofort aufhören zu lesen. Ab diesem Punkt macht es nämlich keinen Sinn mehr…

Deutsche sind keine Islamisten – oder?

24. Mai 2011

Spiegel Online meldet: „Islamist mit deutschem Pass in Afghanistan festgenommen„.

Wenn der Mann einen deutschen Pass (legal) besitzt, ist er Deutscher. Müsste die Schlagzeile dann nicht „Deutscher Islamist in Afghanistan festgenommen“ lauten? Aber nein, denn im Text erfährt man ja, dass es sich bei dem Mann um einen „Marokkaner aus Deutschland“ handelt.

Was denn nun?

Im ganzen Text wird der festgenommene mann immer wieder als „Islamist“ bezeichnet, an einer Stelle sogar als „Islamist aus Deutschland“. Wenn das alles stimmt, dann ist er ein islamistischer Deutscher. Oder auch ein deutscher Islamist. Das so zu schreiben, geht aber anscheinend irgendwie nicht. Wieso eigentlich nicht?

Die Wirtschaftswoche ist ein Propagandaheftchen

28. März 2011

Letzten Freitag fiel mir im Wartezimmer eine etwas ältere Ausgabe der Wirtschaftswoche in die Hände. Normalerweise lese ich diese Zeitschrift nicht regelmäßig, und ein kurzes Reinschnuppern hat mich darin bestärkt, dass ich damit auch nicht anfangen muss. Mit seriösem Journalismus hat das, was die Wiwo macht, nämlich nichts zu tun. Ich habe schon Wahlkampfprospekte gesehen, die 1. ausgewogener und 2. besser recherchiert waren. Im Editorial fand sich ein Loblied auf die Kernenergie (ja, so alt war die Ausgabe) und ein paar Seiten später eine kurze Hetzschrift gegen Konjunkturprogramme. In letzterer musste die Fallstudie Düsseldorf dafür herhalten, über das Konjunkturpaket II zu wettern. Ja sicher, Düsseldorf hat wohl kein Konjunkturprogramm gebraucht. Aber das ist wohl kaum repräsentativ, die meisten Kommunen sind im Gegensatz dazu hoch verschuldet.

NB: Düsseldorf hat als Hauptsitz der WestLB übrigens von einem Konjunkturprogramm der besonderen Art profitiert, nämlich der Bankenrettung. Dieses spezielle Konjunkturprogramm wird von oberflächlichen Zeitschriftenartikeln immer wieder außer Acht gelassen.