Posts Tagged ‘Fiskalpolitik’

Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn führende SPD-Politiker die Studien ihrer parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung läsen

3. Juli 2015

Dirk Ehnts beschäftigst sich in einer aktuellen Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung mit der Geld- und Fiskalpolitik im Euroraum. Sein Fazit:

Möchte man die Nachfrageschwäche nicht auf Kosten des Auslands beheben und fällt eine weitere Erhöhung der Verschuldung des inländischen privaten Sektors zur Belebung des Wirtschaftskreislaufes aus, bleibt zur Überwindung der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise kurz- bis mittelfristig nur eine Erhöhung der öffentlichen Ausgaben und damit der öffentlichen Verschuldung.
Das wäre also die Abkehr von der Austerität bzw. Sparpolitik. Trotzdem bleibt die SPD-Spitze mit ihren öffentlichen Äußerungen hartnäckig beim alten Kurs und verteidigt die Fortsetzung der Sparpolitik. Schade.
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Zum Thema Griechenland

2. Februar 2015

Statt selbst etwas über die neue griechische Regierung und ihren wirtschaftspolitischen Kurs zu schreiben, verlinke ich einfach auf diesen von Edward Fullbrook initiierten Appell.

 We the undersigned call on the governments of Europe, the European
Commission, the European Central Bank and the IMF to respect the decision
of the Greek people to choose a new course and to  engage the new
government of Greece in good faith negotiations to resolve the Greek debt.

[…]

Wie der Sparkurs in andere Länder „überschwappt“

24. Oktober 2013

„Spillover effects“ zwischen verschiedenen ökonomischen Einheiten entstehen immer dann, wenn die Entwicklung der einen Einheit sich auf die Entwicklung von anderen Einheiten auswirkt. Diese Effekte können positiv sein, beispielsweise wenn ein Unternehmen neue Technologien entwickelt die auch von anderen Unternehmen genutzt werden können. Sie können auch negativ sein, beispielsweise wenn einzelne EU-Staaten einen halsbrecherischen Sparkurs einschlagen und damit nicht nur die Nachfrage im eigenen Land sondern auch in den Nachbarländern schwächen.

Erste Modellrechnungen gibt es mittlerweile in einem Diskussionspapier der EU-Kommission zu sehen. Fazit: „spillover effects from simultaneous consolidations in all euro area countries at the same time have further exacerbated the recession in programme and vulnerable countries. […] The negative spillover effects from consolidations in surplus countries raises the question whether a temporary stimulus in AAA-rated countries could help the required rebalancing process in the euro area. […] it would support growth in the core countries and spillovers to the periphery countries would ease their adjustment“.

Ein interessanter Vorschlag.

Eine mögliche Klausurfrage

7. Juni 2013

Verwenden Sie die von Blanchard & Illing beschriebene makroökonomische Theorie.

Nehmen Sie an, dass Sie für die Fiskalpolitik einer Volkswirtschaft zuständig sind. Ihre Volkswirtschaft weist eine jährliche Inflationsrate von 1,4% und ein reales BIP-Wachstum von -0,2% zum Vorquartal bzw. -1,1% zum selben Quartal des Vorjahres auf. Die Zinsen befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau; ihre Volkswirtschaft steht am Rande einer Liquiditätsfalle.

a) Würden Sie sich für eine expansive Fiskalpolitik oder eine restriktive Fiskalpolitik entscheiden?

b) Die oben genannten Zahlen geben die tatsächliche Situation des Euroraums im Juni 2013 wieder. Können Sie erklären, warum die Fiskalpolitik in dieser Volkswirtschaft restriktiv angelegt ist?

c) Vergleichen Sie Ihre Antwort auf (b) mit Ihrer Antwort auf (a). Welche Empfehlung haben Sie für die Fiskalpolitik im Euroraum?

Zitat des Tages

27. April 2011

Heute von Paul Krugman:

Contractionary policies, it turns out, are contractionary.

Das hat die griechische Regierung mit Sitz in Brüssel und Washington leider noch nicht begriffen.