Posts Tagged ‘Energie’

World Energy Outlook 2011

10. November 2011

Der World Energy Outlook 2011 ist gestern erschienen. Komisch, dass die Medien noch gar nicht davon berichten. Naja, er wird offiziell morgen in Berlin vorgestellt, vielleicht wird das dann zum Anlass genommen. Der WEO 2011 ist 666 Seiten lang – ein Zeichen für die bevorstehende Apokalypse? Nein, ganz so schlimm kommt es nicht. Allerdings stellt der WEO 2011 schon einen Weckruf an die Politik dar:

We read here of the way carbon emissions are already “locked-in” because of the nature of the plant and equipment which we continue to build. If we do not change course, by 2015 over 90% of the permissible energy sector emissions to 2035 will already be locked in. By 2017, 100%. We can still act in time to preserve a plausible path to a sustainable energy future; but each year the necessary measures get progressively tougher and viciously more expensive. So, let’s not wait any longer!

Das Ganze ist auch deswegen von Bedeutung, weil die International Energy Agency (IEA), die den WEO herausgibt, alles andere als eine Umweltschutzorganisation ist. Doch auch die IEA hat den Ernst der Lage erkannt. Ob man auf sie hören wird?

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Worte und Taten

31. März 2011

In Baden-Württemberg bietet sich den Grünen eine einzigartige Chance: Sie können beweisen, dass sie ihren Worten auch Taten folgen lassen. Im Bund haben sie sich dafür ausgesprochen, bis 2017 alle KKW vom Netz zu nehmen. Aber im Bund haben sie nicht das Sagen, weil sie in der Opposition sitzen. Anders sieht es in Baden-Württemberg aus, dort werden sie bald den Ministerpräsidenten stellen. Interessant wird das Ganze dadurch, dass der scheidende Ministerpräsident Mappus (CDU) noch einen pikanten Deal eingefädelt hatte: Das Land Baden-Württemberg hat die Mehrheit am Energieversorger EnBW, der mehrere KKW betreibt, übernommen. Das Land ist somit quasi Eigentümer der KKW. Und als Eigentümer kann man die Dinger ganz einfach abschalten, man braucht kein Gesetz aufzulegen, man muss einfach nur auf den Schalter „Aus“ drücken…

Die Wirtschaftswoche ist ein Propagandaheftchen

28. März 2011

Letzten Freitag fiel mir im Wartezimmer eine etwas ältere Ausgabe der Wirtschaftswoche in die Hände. Normalerweise lese ich diese Zeitschrift nicht regelmäßig, und ein kurzes Reinschnuppern hat mich darin bestärkt, dass ich damit auch nicht anfangen muss. Mit seriösem Journalismus hat das, was die Wiwo macht, nämlich nichts zu tun. Ich habe schon Wahlkampfprospekte gesehen, die 1. ausgewogener und 2. besser recherchiert waren. Im Editorial fand sich ein Loblied auf die Kernenergie (ja, so alt war die Ausgabe) und ein paar Seiten später eine kurze Hetzschrift gegen Konjunkturprogramme. In letzterer musste die Fallstudie Düsseldorf dafür herhalten, über das Konjunkturpaket II zu wettern. Ja sicher, Düsseldorf hat wohl kein Konjunkturprogramm gebraucht. Aber das ist wohl kaum repräsentativ, die meisten Kommunen sind im Gegensatz dazu hoch verschuldet.

NB: Düsseldorf hat als Hauptsitz der WestLB übrigens von einem Konjunkturprogramm der besonderen Art profitiert, nämlich der Bankenrettung. Dieses spezielle Konjunkturprogramm wird von oberflächlichen Zeitschriftenartikeln immer wieder außer Acht gelassen.

Bundesregierung in Not

18. März 2011

Eine kleine Linksammlung von den exzellenten Nachdenkseiten:

Argumentationsschmelze einer Kanzlerin (Stern)

Lammert wirft Regierung “Wurstigkeit” vor (Spiegel Online)

Merkels märchenhaftes Moratorium (Süddeutsche Zeitung)

Deutsche finden Atomwende der Regierung unglaubwürdig (Spiegel Online)

Aus den Kommentaren wird deutlich: Die Laufzeitverlängerung – ganz besonders für die wirklich alten Gammelreaktoren – war sachlich ein Fehler und politisch riskant, weil unpopulär. Die Bundesregierung hatte wohl darauf gesetzt, dass dies bis zu den wichtigen Wahlen in Vergessenheit geraten sein würde (gewagte grammatische Konstruktion, hoffentlich richtig). Der „Störfall“ in Fukushima hat ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht, das Thema Atompolitik steht ganz oben auf der Tagesordnung.

Schade allerdings, dass Gaddafis Machenschaften dadurch in den Hintergrund treten.

Was die Bundesregierung im September plante und dachte

14. März 2011

Aus dem Magazin Monitor:

Pressemeldung vom 09.09.2010: Bundesregierung will Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke senken

Wie schnell sich doch die Fähnchen im Winde drehen…

Das Ende der Atomenergie in Deutschland

14. März 2011

Der Spiegel macht seine aktuelle Ausgabe mit der Schlagzeile „Das Ende des Atomzeitalters“ auf.

So weit würde ich (noch) nicht gehen, zumal China unbeirrt an seinen Plänen zum Ausbau der Atomenergie festhält. Ich denke aber schon, dass die schrecklichen Ereignisse in Japan das Ende der Atomenergie in Deutschland bedeuten. Hierzulande ist die Atomenergie schon lange umstritten, unter der schwarz-gelben Bundesregierung gab es zwar ein Mini-Comeback, aber angesichts der Katastrophe in Japan wird die Laufzeitverlängerung keinen Bestand haben.