Posts Tagged ‘Bankenrettung’

Als die Deutsche Bank dringend Geld brauchte

23. August 2011

Die Nachdenkseiten verweisen heute auf einen interessanten Artikel von Bloomberg zur Rettung der US-amerikanischen Banken mit Hilfe von Notkrediten der US-Zentralbank. Im September 2008, wir erinnern uns, war das Misstrauen der Banken untereinander so groß, dass sie sich gegenseitig keine Kredite mehr geben wollten. Das führte zu Problemen, denn Banken müssen sich regelmäßig Geld von anderen Banken leihen. Wenn ihnen das nicht gelingt, können sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Mit anderen Worten: sie sind zahlungsunfähig. Das kann zu einem Teufelskreis führen. Durch wachsendes Misstrauen wächst das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit, was wiederum so noch größerem Misstrauen führt. Aus diesem Grund haben damals die meisten Staaten ihren Banken Notkredite zur Verfügung gestellt und dadurch die Finanzmärkte stabilisiert.

So weit, so gut.

Das Interessante an dem Bloomberg-Artikel ist nun, was man darin über die Deutsche Bank zu lesen bekommt:

Even banks that survived the crisis without government capital injections tapped the Fed through programs that promised confidentiality. London-based Barclays Plc (BARC) borrowed $64.9 billion and Frankfurt-based Deutsche Bank AG (DBK) got $66 billion. Sarah MacDonald, a spokeswoman for Barclays, and John Gallagher, a spokesman for Deutsche Bank, declined to comment.

Josef Ackermann hat sich allerdings gern damit gebrüstet, dass die Deutsche Bank angeblich keine staatliche Hilfe gebraucht habe. Er hat sogar gesagt, er würde sich schämen, wenn er für die Deutsche Bank staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müsste.

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Die Wirtschaftswoche ist ein Propagandaheftchen

28. März 2011

Letzten Freitag fiel mir im Wartezimmer eine etwas ältere Ausgabe der Wirtschaftswoche in die Hände. Normalerweise lese ich diese Zeitschrift nicht regelmäßig, und ein kurzes Reinschnuppern hat mich darin bestärkt, dass ich damit auch nicht anfangen muss. Mit seriösem Journalismus hat das, was die Wiwo macht, nämlich nichts zu tun. Ich habe schon Wahlkampfprospekte gesehen, die 1. ausgewogener und 2. besser recherchiert waren. Im Editorial fand sich ein Loblied auf die Kernenergie (ja, so alt war die Ausgabe) und ein paar Seiten später eine kurze Hetzschrift gegen Konjunkturprogramme. In letzterer musste die Fallstudie Düsseldorf dafür herhalten, über das Konjunkturpaket II zu wettern. Ja sicher, Düsseldorf hat wohl kein Konjunkturprogramm gebraucht. Aber das ist wohl kaum repräsentativ, die meisten Kommunen sind im Gegensatz dazu hoch verschuldet.

NB: Düsseldorf hat als Hauptsitz der WestLB übrigens von einem Konjunkturprogramm der besonderen Art profitiert, nämlich der Bankenrettung. Dieses spezielle Konjunkturprogramm wird von oberflächlichen Zeitschriftenartikeln immer wieder außer Acht gelassen.