Die amtlichen Inflationszahlen für Oktober

Bisher gab es nur die Schätzung von 0,7% für den Euroraum bzw. 0,8 Prozent Kerninflation. Seit heute sind auch die amtlichen Zahlen für die einzelnen Mitgliedsstaaten verfügbar.

Griechenland steckt mit -1,9% tief in der Deflation. Zwei weitere Länder sind im Oktober in die Deflationszone gerutscht: Irland von 0,0% auf -0,1% und Zypern von 0,3% auf -0,5%. Spanien und Portugal stehen mit 0,0% (runter von 0,5% bzw. 0,3%) an der Schwelle zur Deflation.

Deflation bedeutet, dass der reale Wert aller Schulden – inklusive der Staatsschulen – zunimmt. Normalerweise können hoch verschuldete Staaten die Inflation nutzen, um damit die reale Schuldenlast zu senken. Griechenland, Irland, Spanien und Portugal können das jetzt nicht. Die EZB hat also gute Gründe für ihre Leitzinssenkung gehabt. Sie stemmt sich mit ihrer Zinssenkung von vergangener Woche gegen die Deflation und wird dafür von deutschen Medien und Ökonomen kritisiert. Deutschland bleibt also seiner Linie treu: keine Gnade für die Peripherie, die Schuldensünder müssen bluten!

Gleichzeitig liegt die Inflation allerdings im angeblich boomenden Deutschland bei mageren 1,2%, während das BIP im 3. Quartal um kümmerliche 0,3% gegenüber dem 2. Quartal gewachsen ist. 1,2% Inflation und 0,3% Wachstum – wie kann man bei solchen Daten GEGEN eine Leitzinssenkung sein?

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