Zurück aus dem Urlaub

Der dreiwöchige Urlaub in Spanien war schön und erholsam. Allerdings kann man als Ökonom natürlich nicht durch dieses Land fahren, ohne dabei die Folgen der gegenwärtigen Wirtschaftslage wahrzunehmen. Um diese kurz und knapp zu beschreiben, reicht ein Wort: erschütternd. Im Vergleich zu 2011 (meiner letzten längeren Spanienreise) ist der subjektiv wahrgenommene Leerstand in den Innenstädten deutlich gestiegen, es gibt mehr Kriminalität und die Zahl der Bettler auf den Straßen hat zugenommen. Das alles als Folge der völlig irren Wirtschaftspolitik, die von der spanischen Regierung (unter Druck von außen) verfolgt wird.

Die Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung haben mittlerweile absurde Formen angenommen. So wurde die zentrale Metrostation in Madrid von „Sol“ in „Vodafone Sol“ umbenannt, dafür zahlt Vodafone wohl einen gewissen Betrag in die Kasse von Madrid. So weit ist es also inzwischen gekommen. Wenn man aufgrund von Machtlosigkeit oder fehlenden polischen Willens derartige Großunternehmen nicht mehr dazu bringen kann, ihren Anteil zur Finanzierung von öffentlichen Gütern in Form von Steuerzahlungen zu leisten, muss man eben auf freiwillig gezahlte Sponsorengelder hoffen.

Immerhin ist die Arbeitslosenquote in Spanien wieder geringfügig zurückgegangen. Sie liegt aber immer noch bei mehr als 26%. Hier muss dringend etwas geschehen, damit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage wieder in Gang kommt.

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