Was sich zu lesen lohnt

Heute fällt mir auf, dass ich in den vergangenen Tagen vor allem darüber berichtet habe, was ich nicht lese. Das klingt vielleicht ein bisschen negativ, also kommt hier zum Ausgleich ein positiver Eintrag: Was sich zu lesen lohnt!

Da wären zunächst einmal die beiden allgemeinen Nachrichtenportale Spiegel Online und tagesschau.de, die ich eigentlich jeden Tag mindestens einmal besuche. Gerade bei SPON muss man natürlich beachten, dass die Online-Ausgabe ein anderes Ding ist als der gute alte gedruckte Spiegel. Die SPON-Redaktion ballert sehr viel mehr Artikel heraus und achtet dabei nicht so sehr auf Qualität, deswegen kommen manchmal schon ein paar haarsträubende Recherchefehler vor. Auch giht es dort einige Kolumnisten, die weder lustig noch informativ sind, aber deren Artikel braucht man ja nicht zu lesen. Da SPON meines Wissens das meistgelesene Nachrichtenportal in Deutschland ist, dient die Lektüre auch dazu, die Meinung des „Mainstream“ kennenzulernen. Wenn du SPON gelesen hast, weißt du, was deine Nachbarn über Merkel, Özil und Tom Cruise denken, weil die ebenfalls SPON gelesen haben.

Da in der Mainstream-Presse einige Themen regelmäßig zu kurz kommen bzw. aus einseitiger Perspektive betrachtet werden, lohnt sich auch der tägliche Besuch bei den Nachdenkseiten. Dort gibt es immer morgens gegen 9:00 eine Art Presseschau, in der man auf interessante Artikel aus den verschiedensten Medien hingewiesen wird. Das beste Feature, das die NDS auszeichnet, ist aber meiner Meinung nach das Verweisen auf Originalquellen wie z.B. wissenschaftliche Studien oder Reden von einzelnen Politikern. Dies findet man in den Mainstream-Medien nur sehr selten. Durch den bequemen Zugang zu Originalquellen kann man sich viel besser eine eigene Meinung bilden und muss nicht einfach die Meinung der Autoren eines Artikels übernehmen.

Zwei weitere lesenswerte Blogs werden von Paul Krugman und Brad DeLong geschrieben. Beide haben gerade in der letzten Zeit viele wichtige Beiträge zur Diskussion über die makroökonomische Lage verfasst. Naturgemäß konzentrieren sie sich auf die USA, aber gerade Krugman hat sich auch viele Gedanken zu den Problemen der Eurozone gemacht. Der Blick von außen ist ja häufig sehr erhellend, weil er (weitgehend) ohne vorgeprägte Meinungen und Vorurteile auskommt. Europa wäre ein besserer Ort, wenn mehr deutsche Ökonomen die Blogs von Krugman und DeLong regelmäßig lesen würden.

Stattdessen lesen deutsche Ökonomen das Handelsblatt. Davon habe ich ja gestern bereits abgeraten. Eine wesentlich bessere Alternative ist die Financial Times Deutschland. Die gefällt mir in der Tat so gut, dass ich sie ab heute in meine Linkliste aufnehme. Die FTD schreibt im Allgemeinen sehr viel objektiver und wertneutraler als manche Konkurrenzangebote. Außerdem hat sie sich nicht der Hans-Werner-Sinn-Verehrungsgesellschaft angeschlossen. Wer die FTD überfliegt, bekommt eine relativ gute Information über das aktuelle Geschehen in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik. Gut gefällt mir zum Beispiel der heutige Gastkommentar von Paul Welfens zum Thema Euro-Rettung. Der bekommt eigentlich nur Punktabzug für die Verwendung des neoliberalen Codeworts „Strukturreformen“ (zu deutsch: Abbau des Sozialstaats), ansonsten ist er sehr lesenswert

Zum Abschluss gibt es dann noch das Real World Economics Review Blog. Diese lese ich nicht unbedingt täglich, aber immerhin mehrmals pro Woche. Dort kann man viele interessante Diskussionen über Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und die unterschiedlichen „Denkschulen“ der VWL mitbekommen. Da es sich um eine Art Mischung aus Blog und Forum handelt, kann man auch an den Diskussionen teilnehmen, das kann durchaus Spaß machen.

Zu speziellen Themen wie Fußball und Musik lese ich die gängigen Online-Angebote (kicker.de, rockhard.de und so weiter). Und dann gibt es noch das eher ungewöhnliche Blog Strange Maps, das ich gerne mal in der Mittagspause besuche, um das Gehirn mit ganz anderen Themen zu füttern.

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