Archive for April 2012

Arbeitgeber und Gewerkschaften zum Betreuungsgeld

26. April 2012

Eine seltene Allianz hat sich gegen die Einführung des „Betreuungsgeldes“ gebildet: Der Bund der Arbeitgeber (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung eine solche Maßnahme als „Rückschritt„.

Was dieses Betreuungsgeld genau nützen soll, verstehe ich auch nicht. Vor allem aber finde ich es scheinheilig, dass die Bundesregierung einerseits die EU-Partner zum Sparen, Sparen, Sparen drängt und gleichzeitig im eigenen Land neue Ausgaben mit höchst fragwürdigem wirtschafts- und sozialpolitischem Nutzen tätigt. Das passt doch vorne und hinten nicht zusammen.

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Kern und Peripherie

25. April 2012

Quelle: Eurostat

Was haben Paul Krugman und Günter Grass gemeinsam?

25. April 2012

Auf den ersten Blick haben Paul Krugman und Günter Grass nicht viel gemeinsam.  Grass ist Deutscher und hat im 2. Weltkrieg bei der SS gedient, Krugman ist ein US-amerikanischer Jude.

Aber der erste Blick reicht in diesem Fall wie so oft nicht, denn bei genaueren Hinsehen gibt es doch einige Gemeinsamkeiten. Beide sind Nobelpreisträger: Grass für Literatur, Krugman für Wirtschaftswissenschaften (jaja, eigentlich ist es kein „Nobelpreis“). Beide engagieren sich in ihren jeweiligen Heimatländern für eine große Volkspartei links der Mitte. Und beide haben es gewagt, öffentlich Stellung zur Politik der israelischen Regierung zu beziehen. Grass hat dies – aus meiner Sicht ungeschickt – mit seinem viel diskutierten Gedicht getan, Krugman mit seinem neuesten Blogpost:

[…] the narrow-minded policies of the current government [of Israel] are basically a gradual, long-run form of national suicide — and that’s bad for Jews everywhere, not to mention the world. But I have other battles to fight, and to say anything to that effect is to bring yourself under intense attack from organized groups that try to make any criticism of Israeli policies tantamount to anti-Semitism.

So gesehen ist die jüngste Debatte um „Grass und Israel“ gar nicht typisch deutsch. Ähnliches findet auch in den USA statt.

Jetzt ist es amtlich: Skandinavien ist die Metal-Hochburg der Welt

13. April 2012

Jedenfalls, wenn man nach der „World Map of Heavy Metal Density“ geht, die ich über Strange Maps gefunden habe. Aber auch Deutschland und seine Nachbarländer schneiden ziemlich gut ab. Insofern liegt das Metal-Dorf Wacken am nördlichen Rand Deutschlands wirklich günstig. Aber auch außerhalb von Europa gibt es eine Menge Länder mit hoher „Heavy-Metal-Band-Dichte“, zum Beispiel Australien, Kanada und Chile.

So, jetzt erstmal lecker Hammerfall hören…

Kein Spaß in Griechenland

10. April 2012

Auf Anfrage beim Bundeskanzleramt habe ich herausbekommen, wann Angela Merkel zuletzt in Griechenland gewesen ist.

Am 20.07.2007.

Damals war von Finanz- und Schuldenkrise noch keine Rede, und es regierte noch Ministerpräsident Kostas Karamanlis. Dieser wurde im Herbst 2009 von seinem Nachfolger Giorgos Papandreou abgelöst, der wiederum nach zwei Jahren an der Regierung durch Loukas Papadimos ersetzt wurde.

Man könnte meinen, dass die deutsche Bundeskanzlerin angesichts der dramatischen Entwicklungen in Griechenland – und angesichts der gewichtigen Rolle, die sie selbst dabei spielt – irgendwann in den vergangenen fünf Jahren einmal Zeit gefunden hätte, der griechischen Regierung einen Besuch abzustatten und sich ein Bild von der Lage im Land zu machen. Hat sie aber nicht. Schade.

Spaß im Kino

9. April 2012

Gestern habe ich Iron Sky gesehen und dies nicht bereut. Geschmacklos, niveaulos, hirnlos… aber lustig!

Jetzt wird der NRW-Wahlkampf interessant

5. April 2012

Norbert Röttgen verspricht, die Zukunft von NRW „schuldenfrei“ zu gestalten, will aber die beliebten Maßnahmen der rot-grünen Landesregierung – Abschaffung der Studiengebühren und gebührenfreies Kindergartenjahr – nicht zurücknehmen und außerdem die „Energiewende“ vorantreiben.

Ich bin gespannt, wie er das alles schaffen will. Wenn er die wesentlichen Mehrausgaben der Kraft-Regierung nicht zurücknehmen will und gleichzeitig die Energiewende beschleunigen will, woher soll dann die Reduzierung der Neuverschuldung kommen? An welchen Stellen will er sparen? Oder will er etwa Steuern erhöhen? Im letzteren Fall hätte immerhin die FDP endlich ein Wahlkampfthema gefunden und könnte sich doch noch Hoffnungen machen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.

Claudia Kemfert als Ministerin – eine gute Idee?

4. April 2012

Nein, es ist kein Aprilscherz, denn heute ist schon der 4. April. Norbert Röttgen will – im Fall eines Wahlsiegs in NRW – Claudia Kemfert zur Energieministerin machen.

Das ist eine gute Idee. Aber was passiert, wenn die CDU in NRW nicht gewinnt? Dann ist ja kein Platz frei für die potentielle Ministerin. Aber dafür habe ich spontan einen Vorschlag: Röttgen wechselt dann als Oppositionsführer nach Düsseldorf (was von vielen CDU-Anhängern gefordert wird) und macht dadurch seinen bisherigen Platz frei – für Frau Kemfert. Ob er sich dieses Szenario schon einmal überlegt hat?

Scherz beiseite: Ganz allgemein halte ich es für eine sehr gute Idee, gute Wissenschaftler auch mal für eine Zeitlang in die Politik zu holen. Ob sie dort gleich Ministerposten bekleiden sollten, weiß ich nicht, weil dazu erheblich mehr gehört als hohe Fachkenntnis. Vielleicht wäre eine hochrangige Stelle innerhalb des Ministeriums besser geeignet. Ein Minister muss nicht unbedingt hohe Fachkenntnis besitzen; er muss aber die Fähigkeit haben, gute Berater zu finden und auf deren Rat zu hören.

Brücken für Hasen

3. April 2012

Mit dem „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ sollen an 93 Standorten in ganz Deutschland sogenannte „Querungshilfen“ eingerichtet werden, damit Hasen, Rehe und Wildschweine ungefährdet von einem Waldstück ins andere wechseln können, wenn dazwischen eine Autobahn verläuft.

Drollig.

Die neuesten Arbeitslosenzahlen

2. April 2012

Es ist wieder Monatsanfang, und wie immer stellt Eurostat die neuesten Arbeitslosenzahlen vor. Leider bietet sich uns kein schöner Anblick. In Deutschland verharrt die Quote seit Oktober 2011 unverändert bei 5,7%, das ist ganz gut, aber sie könnte gerne niedriger sein. Schlimm und schlimmer wird es in Spanien (Anstieg auf 23,6%) und Griechenland (Anstieg auf 21,0% im Dezember 2011). Die Jugendarbeitslosigkeit hat in beiden Ländern inzwischen die 50-Prozent-Marke überschritten.

Und wer unternimmt etwas dagegen?