USklerose

Brad DeLong zeigt uns, wie in den USA zyklische Arbeitslosigkeit zr struktureller Arbeitslosigkeit wird. Das ist für die USA ein völlig neues Phänomen. Früher war es dort immer so, dass die Arbeitslosigkeit nach einer Rezession rasch wieder auf das Vorkrisenniveau gesunken ist. Dadurch gab es quasi keine langfristigen Effekte.

Das ist in Europa schon in den 1970 Jahren anders gewesen. Damals ist es den europäischen Ländern, allen voran Deutschland, einfach nicht gelungen, die Arbeitslosigkeit im Anschluss an die Ölkrisen wieder auf das Vorkrisenniveau zu drücken. Siehe hier:

Man sieht, wie die Arbeitlosigkeit bei den Rezessionen der 1970er nach oben schießt und nach Überwindung der Rezession nicht wirklich abnimmt.

Damals hieß es, das läge an der Arbeitsmarktregulierung. In den USA gäbe es diesen schönen, freien Arbeitsmarkt mit „Hire and Fire“. Dort würden in der Krise Arbeitnehmer entlassen, aber im Aufschwung würden sie dann sofort wieder eingestellt. Das sei eben ein „flexibler Arbeitsmarkt“. Der deutsche Arbeitsmarkt dagegen sei unflexibel und überreguliert, der Kündigungsschutz sei zu stark, die Unternehmen könnten es sich ja gar nicht erlauben, jetzt wieder Arbeitskräfte einzustellen. Herbert Giersch hat dafür den politisch vollkommen unkorrekten Begriff „Eurosklerose“ geprägt.

Ich bin gespannt, wie die Angebotstheoretiker jetzt die neuen Entwicklungen in den USA erklären. Wie kommt es denn, dass man dort jetzt eine ähnliche Entwicklung wie im Deutschland der 1970er Jahre sieht? Ist der US-Arbeitsmarkt etwa inzwischen auch überreguliert und sklerotisch geworden? Wird man jetzt von „USklerose“ sprechen müssen? Aber woher soll die kommen? Mir jedenfalls sind keine neuen Regelungen bekannt, die zu einer Überregulierung des US-Arbeitmarkts geführt hätten. Ist dort der Kündigungsschutz gestärkt worden? Nein. Hat die Stärke der Gewerkschaften zugenommen. Ganz im Gegenteil. Dann muss die Ursache wohl an anderer Stelle zu finden sein…

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