Archive for Februar 2012

Links und frei

28. Februar 2012

Da hat Sigmar Gabriel ja mal einen guten Auftritt hingelegt, als er dem Bundespräsidentenkandidaten Joachim Gauck ein Buch mit dem passenden Titel „Links und frei“ medienwirksam überreicht hat. Das Foto zum Auftritt gibt es auf tagesschau.de zu sehen.

Advertisements

Wulffs Rücktritt kostet richtig viel Geld

27. Februar 2012

Der Rücktritt Christian Wulffs wird für den Steuerzahler ganz schön teuer, selbst wenn er nicht den sogenannten „Ehrensold“ erhalten sollte. Der Grund: Hunderttausende Ehrenurkunden, die bei den Bundesjugendspielen vergeben werden, tragen noch die Unterschrift Wulffs (Frankfurter Rundschau). Und die will natürlich niemand mehr haben.

Wenn die Leute sich da mal nicht verrechnen: Angesicht seiner kurzen Amszeit dürften Ehrenurkunden mit echter Wulff-Unterschrift sehr selten sein und könnten in ein paar Jahrzehnten ein begehrtes Sammler- und Tauschobjekt werden.

Blasen und Narren

27. Februar 2012

Die „Greater Fool Theory“ ist genau so alt wie das Erscheinen von Blasen auf den Kapitalmärkten. Frank Jacobs zeigt uns bei Strange Maps ein Juwel aus dem 18. Jahrhundert, das die damaligen Immobilienblasen und die ihnen aufgesessenen Narren aufs Korn nimmt.

Die Grenzen des billigen Öls

24. Februar 2012

Interessante Videos, nicht ganz neu aber immer noch recht aktuell:

http://www.abc.net.au/catalyst/oilcrunch/

 

Systemrelevante Drogerie

23. Februar 2012

Karneval ist zwar vorbei, aber die Narretei geht weiter. Jedenfalls bei Schlecker. Die bankrotte Drogeriekette erklärt sich für systemrelevant und fordert deswegen Hilfe vom Staat (SPON).

 

 

Zum Lachen

17. Februar 2012

Eine sehr lustige Seite, die ich beim Ziellosherumsurfen irgendwie  gefunden habe:

http://satwcomic.com/

Alaaf!

Fehleinschätzung

16. Februar 2012

Gegenüber der Financial Times Deutschland sagt Fabio Fois von Barclays Capital zur Lage in Griechenland:

Die Troika hat massiv unterschätzt, wie dramatisch die Konsolidierung der Konjunktur schadet.

Ich möchte von der Troika gerne mal erklärt bekommen, wie sie zu einer solchen Fehleinschätzung kommen konnte. Mir ist das völlig schleierhaft. Da war wohl reines Wunschdenken die Grundlage für die Politik.

Vahrenholt macht den Sarrazin

10. Februar 2012

Nachdem Sarrazin sich selbst zum Fachmann für Genetik und Demografie ausgerufen hat, schreibt Vahrenholt ein Büchlein über die „CO2-Lüge“ und wird dafür von der Bild-Zeitung zum „renommierten Forscher“ geadelt. Naja. Der Mann hat zwar vor über 30 Jahren mal eine Dissertation geschrieben, aber seitdem hat er vor allem eine Karriere als Politiker und Manager bei RWE hingelegt. Ob er da wirklich Zeit zum Forschen gehabt hat?

Das Büchlein ist wohl eher nicht für andere Wissenschaftler gedacht, sondern für Leute, die von „dieser ganzen Klimasache“ genervt sind und endlich wieder in Ruhe mit ihrem dicken Benz über die Autobahn rasen wollen. So wie Sarrazin gewissen Menschen die Absolution für offen gelebten Rassismus erteilt hat, stellt Vahrenholt jetzt den Energieverschwendern einen Freifahrtschein aus. Ganz toll.

Weiß die Bundeskanzlerin, wie es in Griechenland aussieht?

9. Februar 2012

Wann war die Bundeskanzlerin zum letzten Mal in Griechenland? Auf ihrer Homepage gibt es ein Tool, mit dem man ihre Auslandsreisen nachvollziehen kann. Demnäch wäre sie im Juli 2007 zum letzten Mal in Griechenland gewesen. Das kann doch nicht wahr sein, oder? Um das genauer herauszufinden, habe ich eine Anfrage an die Kanzlerin gerichtet:

Ich möchte gerne wissen, wann die Bundeskanzlerin zum letzten Mal in die folgenden Länder gereist ist:
– Griechenland
– Spanien
– Portugal
– Irland
Außerdem würde mich interessieren, ob die Bundeskanzlerin bei diesen Reisen auch öffentliche Termine vor einem breiten Publikum wahrgenommen hat.

Bin mal gespannt, ob und wann ich darauf eine Antwort bekomme.

30 Jahre sind keine Ewigkeit

8. Februar 2012

Spiegel Online erinnert an den Putschversuch einiger spanischer Militärs im Februar 1981.

Das ist gerade mal etwas über 30 Jahre her. Die spanische Demokratie ist noch nicht besonders alt. Sie ist auch noch lange nicht so stabil, wie man sich das wünschen würde. Etwas vergleichbares wie die deutsche „Entnazifizierung“ hat in Spanien niemals stattgefunden. Beim Übergang von der Franco-Diktatur zur Demokratie war es oberstes Gebot, den inneren Frieden zu wahren, denn die Erinnerung an den verheerenden Bürgerkrieg von 1936-1939 war noch frisch. Deswegen hat man eine Menge Kompromisse eingehen müssen. Die Franco-Schergen sind für ihre zahllosen Verbrechen nie wirklich zur Rechenschaft gezogen worden, bis heute gibt es in weiten Teilen der spanischen Bevölkerung überzeugte Franco-Anhänger, d.h. Faschisten. Genau diese Franquisten und Faschisten tummeln sich auch in der heutigen Regierungspartei. Bezeichnenderweise führt diese – anders als andere konservative Parteien wie etwa die Christlich-Demokratische Union – das Wort „Demokratie“ nicht einmal in ihrem Namen, sie heißt einfach nur „Volkspartei“ („Partido Popular“, kurz „PP“). Vertreter der PP haben noch vor wenigen Jahren gegen die Entfernung der letzten verbleibenden Franco-Denkmäler protestiert.

Nein, die Demokratie in Spanien ist leider nicht so stabil wie man sie gerne hätte. 30 Jahre sind keine Ewigkeit.

Die spanische Arbeitslosenquote hat mittlerweile den höchsten Wert seit 1986 erreicht. Und die Europäische Union sieht tatenlos zu.

Datenquelle: Eurostat