Preise und Krisen

Ein interessantes Bild ergibt sich, wenn man sich die Entwicklung der Preisniveaus in unterschiedlichen Euro-Staaten anschaut. Hier habe ich auf Basis von Eurostat-Daten die Entwicklung in ausgewählten Euro-Staaten dargestellt. Das Niveau von 1999, dem Jahr der Euro-Einführung, ist auf 100 normiert:

Durch die allgemeine Inflation ist im Euroraum das Preisniveau um 29% gestiegen. OK, der Euroraum ist im Zeitverlauf von 12 Ländern auf 17 gewachsen, aber das macht nicht viel aus, weil alle späteren Euro-Beitritte eher kleine Länder waren. Drei Beobachtungen fallen auf:

  1. Die Preisniveaus haben sich recht unterschiedlich entwickelt. In Deutschland ist das Preisniveau um 22% gestiegen, in Griechenland um 48%, alle anderen Länder liegen dazwischen.
  2. Die Länder, die bis 2008 eine höhere Inflation als der Euroraum hatten, sind genau die GIPS (oder GIIPS), um die man sich heute die meisten Sorgen macht: Griechenland, Irland, (Italien), Spanien und Portugal.
  3. Nur in Irland ist das Preisniveau gefallen, und zwar deutlich.

Das Auseinanderlaufen der Inflation ist ja zurecht als eine der Ursachen für die gegenwärtigen Probleme identifiziert worde, weil die relativ hohe Inflation in den GI(I)PS-Staaten deren Wettbewerbsfähigkeit unterminiert hat. Nun würde es mich interessieren, wie es in Irland gelingen konnte, das Preisniveau so rasch zu senken. Und wieso ist das in Irland geschehen, während man in Griechenland, Portugal und Spanien keine Anzeichen für ein sinkendes Preisniveau feststellen kann?

Advertisements

Schlagwörter: , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: