Tag der Abrechnung

Zu Beginn des Jahres 2011 hatte ich ein wagemutiges Experiment vorgenommen. Ich hatte fünf Fragen für 2011 gestellt und versucht, die Antworten zu antizipieren. Nun ist es Zeit für den Tag der Abrechnung (aus irgendeinem Grund hatte ich damals auf Englisch geschrieben, es wird jetzt also ein bisschen Deutsch-Englisch-Kuddelmuddel). Los geht’s…

1. Frage: Will the Eurozone survive the year 2011 unscathed?

Antwort am 1.1.2011: Probably yes. At EU meetings, representatives of the member countries will quarrel a lot, mostly in order to convince their national electorates that they’re doing what’s in their power to defend the national interest. But I guess that in the end they will realize that the stakes are high and find face-saving solutions to save the Eurozone from collapse.

Bewertung am 3.1.2012: Die Antwort war vorsichtig („probably yes“), aber letzten Endes zu 100% richtig.

2. Frage: Will the US economy recover from the Great Recession?

Antwort am 1.1.2011: I expect that the US will continue to suffer from high unemployment and slow growth. Another recession can probably be avoided. The situation reminds me a bit of Germany in the nineties: Unemployment is high, but the political will to do something about it is weak.

Bewertung am 3.1.2012: Die Antwort war zu 100% richtig. Die Arbeitslosigkeit in den USA ist noch immer erschreckend hoch, aber niemand tut etwas dagegen.

3. Frage: Will the global economy recover from the Great Recession?

Antwort am 1.1.2011: This depends very much on the answers to questions 1 and 2. Whatever happens to the economies of Europe and the US obviously has a tremendous effect on the global economy. My guess: A painfully slow recovery.

Bewertung am 3.1.2012: Auch richtig, allerdings hätte ich damals merh auf die Rolle von China und anderen bedeutenden Volkswirtschaften eingehen sollen.

4. Frage: Will Merkel’s government collapse?

Antwort am 1.1.2011: Probably not. The coalition parties (CDU/CSU and FDP) will lose most of the state elections, and Guido Westerwelle will probably lose his job as FDP leader, but the federal coalition government will probably survive, partly because the FDP has no interest in triggering a federal elections (its poll results are devastating).

Bewertung am 3.1.2012: Auch hier wieder richtig. Bei manchen Landtagswahlen haben die Koalitionsparteien krachend verloren: in Hamburg holte die SPD eine absolute Mehrheit, in der CDU-Hochburg Baden-Württemberg konnten die Grünen zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten stellen, in Bremen landete die CDU erstmals bei einer Landtagswahl hinter den Grünen auf Platz 3. Bei anderen Wahlen (Sachsen-Anhalt, Berlin) ging es zumindest für die CDU noch glimpflich aus, über die FDP-Ergebnisse braucht man nicht mehr zu reden. Westerwelle hat, wie ich vermutete, seinen Job als Parteivorsitzender (nicht aber als Außenminister) verloren. Die Bundesregierung hat trotzdem mit Ach und Krach gehalten.

5. Frage: Will Judas Priest delight us with a truly great performance at the Wacken Open Air?

Antwort am 1.1.2011: Judas Priest are one of the greatest heavy metal bands of all time, but unfortunately time has not been kind to their singer Rob Halford, or rather his voice. His recent live performances were not very convincing, his voice is no longer what it used to be. I suspect this is the main reason for their decision to do a goodbye tour and dissolve the band afterwards. Nevertheless, as a fan I’m optimistic and I think they’ll manage to do a great show at the greatest heavy metal festival in the world, and they’ll make sure they’ll be missed when they’re no longer around.

Bewertung am 3.1.2012: Weitgehend richtig, der Auftritt war aus meiner Sicht echte Spitzenklasse. Nebenher hat es allerdings Entwicklungen gegeben, die mich überrascht haben. Zuerst wurde gemeldet, dass K.K. Downing aussteigt, dann wurde gemeldet, dass die Band sich doch nicht auflöst. Naja, gut so. In der Form, die sie beim W:O:A gezeigt haben, möchte ich Priest gerne noch ein paar Jahre lang weitermachen sehen.

Zusammenfassung: In allen fünf Fragen lag meine Antwort sehr nah an der Wahrheit. Bei aller Bescheidenheit: Das ist nicht schlecht für den Anfang. Jetzt muss ich mir ganz schnell neue Fragen für 2012 ausdenken, um das Experiment zu wiederholen.

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