Steinbrück wird mal wieder ins Gespräch gebracht

So langsam bin ich es satt, ständig über den Kanzlerkandidatenkandidaten Steinbrück diskutieren zu müssen. Allerdings kann man ihm nicht entkommen, denn er wird von geschickten und einflussreichen Medienstrategen immer wieder ins Rampenlicht geschickt. Innerhalb weniger Tage erscheint er an der Seite des Hamburger Verlegers Helmut Schmidt auf dem Cover der Hamburger Zeitschrift „Spiegel„, als Buchautor im Hamburger Verlag Hoffmann und Campe sowie in der Quasselrunde von Günther Jauch, dem Spross eines alten Hamburger Hanseatengeschlechts.

Allein die Tatsache, dass hier offensichtlich eine kleine aber feine Hamburg-Connection den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland im Alleingang ausrufen möchte, macht schon stutzig. Darauf will ich aber an dieser Stelle gar nicht weiter eingehen. Zur Eignung von Peer Steinbrück als Kanzler möchte ich lediglich drei Punkte bemerken:

1. Peer Steinbrück ist als Finanzminister vor allem durch Inkompetenz aufgefallen. Er hat keinerlei Ahnung von makroökonomischen Zusammenhängen und hat sich mit Händen und Füßen gegen eine aktive Konjunkturpolitik (die er im Nachhinein freilich als seinen Erfolg verkauft) gewehrt. Außerdem hat er es verpasst, die Banken und Finanzmärkte angemessen zu regulieren. Durch seine Untätigkeit in diesem Bereich hat er nicht gerade zur Krisenvermeidung beigetragen.

2. Peer Steinbrück ist ein Mann der Banken. Er hat noch im Jahr 2010 – als ehemaliger Finanzminister, aktiver Bundestagsabgeordneter und möglicher Kanzlerkandidat – bei der Deutschen Bank einen Vortrag gehalten und dafür ein Honorar der Stufe 3 (d.h. 7000 Euro oder mehr) erhalten. Ist das der richtige Chef für eine Regierung, zu deren Aufgabe eine straffere Bankenregulierung gehören muss? Ist das ein Kandidat, den die Anhänger der Occupy-Bewegung unterstützen werden?

3. Peer Steinbrück ist zu alt für den Job. Er ist jetzt schon 64, im Jahr der nächsten Bundestagswahl (2013) wird er 66. In diesem Alter sollte man über die Rente nachdenken, den Garten pflegen und Benefiz-Veranstaltungen besuchen. In so hohem Alter gewinnt man keine Bundestagswahl mehr. Selbst der „ewige“ Kanzler Helmut Kohl hat seinen letzten Wahlsieg 1994 mit 64 Jahren errungen; vier Jahre später wurde er vom 14 Jahre jüngeren Gerhard Schröder besiegt. Wie soll ein Mann im Rentenalter der neuen Konkurenz aus der Piratenpartei begegnen, die gerade durch ihre Jugend und Frische bei vielen Wählern punkten kann?

Drei Gründe gegen Steinbrück als Kandidaten. Und es ist ja nicht so, als ob die SPD keine Alternativen zu bieten hätte. An den Spitzen von Partei und Fraktion gibt es zwei mögliche Kandidaten, die mir besser geeignet scheinen, und auch in den Landeshauptstädten fallen mir drei bis vier aktive Regierungschefs ein, die ich sehr viel lieber im Kanzleramt sähe.

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3 Antworten to “Steinbrück wird mal wieder ins Gespräch gebracht”

  1. Dr nick Says:

    A. Welcher kandidat könnte denn eher geeignet sein? Andrea Nahles etwa? Oder Sigmar Gabriel? Der einzige,der mir sinnvoll erschiene, wäre Platzek, aber der hat bereits 2009 schon einen Rückzieher gemacht. Und uns Hanni in Nrw ist meiner meinung nach noch nicht reif für die grosse Bühne.

    B. Das Alter zählt nicht! Adenauer war auch schon über 60 bei seinem ersten Engagement.

    Aber ich lass mich gern von dir überzeugen von jemand andersem….

    • redrockreason Says:

      A) Bei den Spitzen von Partei und Fraktion hatte ich an die jeweiligen Vorsitzenden gedacht. Auf Landesebene gibt einen Wowereit (der längst nicht so weich und harmlos ist wie er wirkt), Scholz (der bei konservativen Wählern sehr gut ankommt), und Hanni hat mit dem Wirken ihrer Minderheitsregierung bisher extrem positiv überrascht,
      B) 1949 war die Not aber auch groß, das Angebot an erfahrenen Politikern mit unbelasteter Vergangenheit sehr knapp. Das stellt sich heute zum Glück anders dar.

  2. Dr nick Says:

    Das ist richtig. Ich würd mir uns hanni auch wünschen. Scholz ist noch aktiv? Ups. Stupid me.

    Ja, wenns einen jüngeren hibt, der besser ist als der steinbrück, immer her damit!

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