Die Ursache der Krise ist nicht die Staatsverschuldung

Auch wenn bestimmte Kommentatoren aus dem konservativen Lager immer versuchen, die „unverantwortliche Schuldenpolitik“ der europäischen Regierungen für die Schuldenkrise verantwortlich zu machen, sieht die Wahrheit anders aus. Paul de Grauwe zeigt uns dies mit Hilfe einer einfachen Grafik:

Die Grafik zeigt uns ganz deutlich: Die Schuldenquoten der Euro-Länder waren bis 2007 rückläufig! Das heißt: Seit der Einführung des Euro (am 1.1.1999) haben fast alle Euro-Länder eine überaus solide Haushaltspolitik durchgeführt. Deutschland spielt übrigens eine unrühmliche Ausnahme, hier ist die Schuldenquote zwischen 1999 und 2007 angestiegen. Anders dagegen in Ländern wie Spanien oder Irland. Spanien senkte seine Schuldenquote von über 60% auf auf unter 40%, Irland von knapp 50% auf unter 30%. Selbst die vielgescholtenen Griechen und Italiener haben ihre Schuldenquote zwischen 1999 und 2007 gesenkt, nicht erhöht.

Die Grafik zeigt außerdem, dass im Jahr 2008 Schluss war mit dem Schuldenabbau. Aber woran lag das? Haben die Regierungen urplötzlich beschlossen, ihre Wähler mit den berüchtigten „Wahlgeschenken“ zu überhäufen? Haben die bösen Besitzstandswahrer, Reformblockierer und Sozialschmarotzer von einem Tag auf den anderen ihre gierigen Hände in die Taschen des armen, gebeutelten Steuerzahlers gesteckt und ihm die Euro-Scheinchen entrissen? Wohl kaum. Es waren die Finanzmärkte, die zu kollabieren drohten und nur mit Hunderten von Milliarden Euro gerettet werden konnten, und die von der Finanzmarktkrise verursachte Rezession.

Die Ursache der gegenwärtigen Probleme ist auf den Finanzmärkten zu suchen. Genau dort ist auch die Lösung zu finden. Der Ausweg aus der Krise besteht nicht darin, den europäischen Regierungen eine Austeritätspolitik zu verordnen. Der Ausweg aus der Krise besteht darin, die Finanzmärkte durch entsprechende Regulierung wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

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Eine Antwort to “Die Ursache der Krise ist nicht die Staatsverschuldung”

  1. Stefan Wehmeier Says:

    Gerechtigkeit

    Wenn man die Ungerechtigkeit eliminiert, muss das, was übrig bleibt, die absolute Gerechtigkeit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingt:

    Auszug der Israeliten aus Ägypten = Weiterentwicklung der menschlichen Kultur von der zentralistischen Planwirtschaft ohne liquides Geld (Ursozialismus bzw. Staatskapitalismus) zur freien Marktwirtschaft mit Geldkreislauf

    Paradies (Garten Eden) = freie Marktwirtschaft
    Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
    Baum des Lebens = Geldkreislauf
    Baum der Erkenntnis = Geldverleih
    Adam = Sachkapital / freier Unternehmer
    Eva = Finanzkapital / Anleger/in
    Schlange (Teufel) = Sparsamkeit
    Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
    Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: Investor
    Erbsünde = Privatkapitalismus

    Ein Schöpfungsmythos – es geht um die Schöpfung von Kultur (Arbeitsteilung) und nicht um die „Schöpfung von Natur“ – dient der Anpassung eines Kulturvolkes an eine noch fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie, indem die obige, wahre Bedeutung des Mythos von einer Priesterschaft mit gegenständlich-naiven Fehlinterpretationen überdeckt und damit aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes ausgeblendet wird.

    Durch die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) ist die halbwegs zivilisierte Menschheit – ob „gläubig“ oder „ungläubig“ – bis heute unfähig geblieben, etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld zu verstehen und die Ursache aller Zivilisationsprobleme, die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform zu eliminieren.

    Mit einer aus aufgeklärter Sicht nicht mehr zu überbietenden Naivität glaubt eine Mehrheit des Volkes noch immer, „Spitzenpolitiker“ und vorgebliche „Wirtschaftsexperten“ könnten die „Finanzkrise“ (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) mit irgendeiner Finanz- oder Wirtschaftspolitik aufhalten oder gar überwinden, was unter der Voraussetzung einer a priori fehlerhaften Geld- und Bodenordnung, die gänzlich unreflektiert aus der Antike übernommen wurde, prinzipiell unmöglich ist.

    Für den bevorstehenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung (Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft), gilt: Die Ersten (Politiker und Zinsgewinner) werden die Letzten sein, die die „banalsten Selbstverständlichkeiten“ (Zitat: Silvio Gesell) wenigstens ansatzweise verstehen.

    http://www.deweles.de/willkommen/cancel-program-genesis.html

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