Archive for August 2011

Dennis Snower zur Schuldenbremse

26. August 2011

Dennis Snower im Interview mit der Frankfurter Rundschau:

Es ist mir gänzlich unverständlich, warum ein Land wie Deutschland sich einer harten Schuldenbremse unterwirft und dieses Modell auch noch exportieren will.

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Wo Kohl recht hat, hat er recht.

25. August 2011

Kohl kritisiert die Außenpolitik von Merkel und Westerwelle.

Merkel und Westerwelle kontern.

Kohl hat recht.

Mit welchen „neuen Kraftzentren“ will Westerwelle denn „strategische Partnerschaften“ schmieden? In welchem Jahrhundert lebt der Mann? Indien und China haben jeweils mehr als 1 Milliarde Einwohner. Sobald diese Länder durch wirtschaftliche und technologische Aufholprozess zu echten Kraftzentren geworden sind, interessieren die sich nicht für strategische Partnerschaften mit dem kleinen, schrumpfenden Deutschland. Ein geeintes Europa würden sie sicherlich ernstnehmen, aber dafür muss man die Einigkeit Europas erst einmal erreichen. Und dazu trägt man nicht bei, wenn man EU-Partner, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Hilfe brauchen, wüst beschimpft („faule Südeuropäer„) und obendrein den Verbündeten Frankreich und Großbritannien bei ihrem Einsatz in Libyen weder militärische noch diplomatische Unterstützung gibt.

Staatsfinanzen und Wachstum der EU-Staaten

25. August 2011

Auf tagesschau.de gibt es drei hübsche Tabellen, die auf sehr ansehnliche Art und Weise den Zustand der Staatsfinanzen und das Wirtschaftswachstum in den EU-Staaten darstellen. Die Prognosen für 2012 kommen mir allerdings sehr optimistisch vor.

Was tut Merkel mit ihrer Macht?

25. August 2011

Angela Merkel ist die mächtigste Frau der Welt, sagt Forbes.

Was tut sie mit ihrer Macht? Wozu will sie die Macht nutzen? Wo will sie hin?

Guttenberg kehrt zurück!

24. August 2011

Guttenberg hat angekündigt, dass er aus dem Exil (USA) zurück nach Deutschland kommen wird…

… um eine Laudatio zu halten, wenn der Aachener Karnevalsverein (AKV) nächstes Jahr seinen „Orden wider den tierischen Ernst“ verleiht!

Das passt ja ganz gut. Denn Guttenberg kann man wirklich nicht ernstnehmen.

Ob er die Laudatio wohl selber schreibt?

Eurostat: Auftragseingänge der Industrie im Euroraum um 0,7% gefallen

24. August 2011

Quelle: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/4-24082011-AP/DE/4-24082011-AP-DE.PDF

Das sieht nicht gut aus.

Woher soll die Nachfrage kommen?

Als die Deutsche Bank dringend Geld brauchte

23. August 2011

Die Nachdenkseiten verweisen heute auf einen interessanten Artikel von Bloomberg zur Rettung der US-amerikanischen Banken mit Hilfe von Notkrediten der US-Zentralbank. Im September 2008, wir erinnern uns, war das Misstrauen der Banken untereinander so groß, dass sie sich gegenseitig keine Kredite mehr geben wollten. Das führte zu Problemen, denn Banken müssen sich regelmäßig Geld von anderen Banken leihen. Wenn ihnen das nicht gelingt, können sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Mit anderen Worten: sie sind zahlungsunfähig. Das kann zu einem Teufelskreis führen. Durch wachsendes Misstrauen wächst das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit, was wiederum so noch größerem Misstrauen führt. Aus diesem Grund haben damals die meisten Staaten ihren Banken Notkredite zur Verfügung gestellt und dadurch die Finanzmärkte stabilisiert.

So weit, so gut.

Das Interessante an dem Bloomberg-Artikel ist nun, was man darin über die Deutsche Bank zu lesen bekommt:

Even banks that survived the crisis without government capital injections tapped the Fed through programs that promised confidentiality. London-based Barclays Plc (BARC) borrowed $64.9 billion and Frankfurt-based Deutsche Bank AG (DBK) got $66 billion. Sarah MacDonald, a spokeswoman for Barclays, and John Gallagher, a spokesman for Deutsche Bank, declined to comment.

Josef Ackermann hat sich allerdings gern damit gebrüstet, dass die Deutsche Bank angeblich keine staatliche Hilfe gebraucht habe. Er hat sogar gesagt, er würde sich schämen, wenn er für die Deutsche Bank staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müsste.

Zur Rolle der Bundesregierung in Libyen…

23. August 2011

… muss ich meine Meinung gar nicht selbst zu Papier bringen. Das hat Roland Nelles auf Spiegel Online schon für mich getan:

Die Bundesregierung wollte sich partout nicht am militärischen Einsatz gegen Oberst Gaddafi beteiligen. Nun zerfällt seine Diktatur – und für Deutschland zeigt sich das ganze Ausmaß dieser Fehlentscheidung. […] Die Glaubwürdigkeit Deutschlands als Streiter für Menschenrechte und Demokratie ist beschädigt, ebenso das Ansehen als verlässlicher Partner im westlichen Bündnis. Neues Vertrauen, neue Stärke im Kreis der Nato-Partner wird erst eine neue Regierung wiederherstellen können.

Es ist gut, dass Gaddafis Regime (bald) zu Ende ist. Es ist gut, dass die NATO (endlich!) einmal wieder einen echten Erfolg zu verbuchen hat. Es ist schlecht, dass Deutschland dazu fast nichts beigetragen hat.

Wenn Deutsche über Genpools reden…

22. August 2011

… kommt meistens nichts Gutes dabei heraus. Dies belegt zum Beispiel dieser Kommentar zu einem Artikel der AN über zwei Jugendliche, die mehrere Außenspiegel abgetreten haben:

Soviel Dummheit in zwei Zeilen. Soll ich lachen oder weinen?

Ein neuer Stern am Himmel der Alternate History

22. August 2011

In der breiten Science-Fiction-Literatur gibt es eine spezielle Gattung namens Alternate History. Diese Geschichte spielen in einem alternativen Universum, in dem die Geschichte einen völlig anderen Verlauf genommen hat. Der Klassiker von Philip K. Dick „The Man in the High Castle“ beschreibt zum Beispiel eine Welt, in der die Achsenmächte den 2. Weltkrieg gewonnen haben und die USA besetzt haben.

Bislang wurde das Genre weitgehend von US-Schriftstellern geprägt. Nun aber scheint ein neuer Stern am Himmel der Alternate History, und er kommt aus Deutschland. Sein Name ist Jan Fleischhauer. Auf Spiegel Online gibt er uns eine Probe seiner Kunst:

Vor 30 Jahren war Großbritannien dort, wo Griechenland heute ist: eine Nation auf den Knien, geplagt von Rezession, hohen Schulden und Arbeitslosigkeit. Margaret Thatcher ist der Name der Frau, die das Land wieder auf die Beine brachte, und zwar ohne jeden finanziellen Beistand aus Deutschland. Vielleicht sollte man sich noch einmal ansehen, wie die Dame dieses Wunder vollbracht hat. Man könnte davon einiges lernen.

Eine Wahnsinnsidee! In der wahren Welt wurde aus Großbritannien eine Nation , die heute ihr eigener (konservativer) Ministerpräsident als „kaputte Gesellschaft“ bezeichnet. Und in der alternativen Geschichte des Jan Fleischhauer passierte… tja, was? Keine Ahnung. Aber es muss schon ganz schön toll gewesen sein, wenn man dieses Großbritannien ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt als Vorbild für andere Länder darstellt.