Keine Angst vor der Inflation

Nein, ich habe noch immer keine Angst vor der Inflationsentwicklung im Euroraum, und erst recht nicht in Deutschland.

Die Daten sind alle bei Eurostat verfügbar. Nur leider machen sich nur die wenigsten Kommentatoren die Mühe, dort mal wirklich nachzusehen, was los ist. Mit der „Inflationsrate“ ist normalerweise die Entwicklung der Harmonisierten Verbraucherpreisindizes (HVPI) gemeint. Diese berechnet sich auf der Grundlage von repräsentativen Warenkörben, die alle möglichen Güter des täglichen Gebrauchs enthalten. Darunter befinden sich auch mit einigem Gewicht solche Güter wie Energie und Lebensmittel. Warum ist das ein Problem? Weil die Preisbildung bei diesen Gütern ganz anders funktioniert als bei den Gütern des verarbeitenden Gewerbes oder den Dienstleistungen, wo der Löwenanteil der Beschäftigten arbeitet. Deswegen beurteilt man die Gefahren einer sich verfestigenden Inflation besser anhand der sogenannten Kerninflationsrate. Bei ihr werden Energie und Lebensmittel (und Alkohol sowie Tabakwaren) herausgerechnet. Daraus ergibt sich folgendes Bild für den Euroraum im Februar 2011:

HVPI: 1,9% (Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat)

Energiepreise: 11%

Nahrungsmittel, Alkohol und Tabakwaren: 2,3%

Kerninflationsrate: 1%

Die Kerninflationsrate liegt bei einem läppischen Prozent. Wir sind weit, weit weg von einer bedrohlichen Inflationsentwicklung. Andererseits steht die Konjunktur in vielen EU-Ländern (besonders in denen, die unter einem aufgezwungenen Austerittsprogramm leiden) auf sehr wackligen Beinen. In einer solchen Lage darf die EZB nicht mal an Zinserhöhungen denken.

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