Reisen mit der Deutschen Bahn

Von Freitag bis Montag war ich auf Reisen (deswegen hat sich auf diesem Blog in der Zeit nicht viel getan). Dabei habe ich neue Erfahrungen mit der Deutschen Bahn gemacht, überwiegend positive. Es fing damit an, dass ich in den Regionalexpress stieg und zuerst dachte, ich wäre aus Versehen in die 1. Klasse marschiert. Da ich ein Ticket für die 2. Klasse hatte stieg ich wieder aus und schaute von außen auf den Wagen. Aber es war schon alles richtig: Ich war in der 2. Klasse. Des Rätsels Lösung: Die Bahn hat für den Regionalverkehr neue Züge angeschafft, und die machen rein optisch etwas her. Auch praktische Aspekte haben sich verbessert. Zum Beispiel gibt es jetzt Steckdosen, die das Reisen für Nutzer von Notebooks und ähnlichem Gerät deutlich angenehmer machen. Ich war übrigens nicht der einzige, der sich zunächst am falschen Ort wähnte: Ein älteres Ehepaar stieg kurz nach mir ein und diskutierte darüber, ob es sich um die 1. oder 2. Klasse handelte.

Beim nächsten Mal werde ich 1. Klasse fahren, ich will wissen wie es dort aussieht.

Auch ansonsten konnte ich nicht klagen, die Züge waren sauber und weitgehend pünktlich.

Zum Umgang der Politik mit der Bahn kann ich allerdings nur den Kopf schütteln. Noch vor zweieinhalb Jahren erzählte die Regierung uns, die Bahn müsste unbedingt (teil-)privatisiert werden, weil man DRINGEND Kapital für Investitionen bräuchte, und dieses könnte ausschließlich über einen Börsengang hereingeholt werden. Das war schon damals völliger Blödsinn, wurde aber ernsthaft angestrebt. Letztlich hat nur die Finanzkrise den Börsengang verhindert (bzw. aufgeschoben), weil unter den damaligen Umständen im Herbst 2008 nicht viel Kapital zu holen war. Der Börsengang ist also nicht aufgehoben sondern aufgeschoben, die Regierung strebt ihn immer noch an (Quelle: BMVBS).

Nun heißt es allerdings, die Bahn müsste an ihren Aktionär, den Bund, eine Dividende von 500 Millionen Euro pro Jahr zahlen (Quelle: SPON). Wie soll das denn bitte zusammenpassen? Erst braucht man dringend Kapital für Investitionen und jetzt wird stattdessen Kapital ausgeschüttet? Das macht schon rein betriebswirtschaftlich keinen Sinn, weil eine Finanzierung aus Eigenkapital am günstigsten ist. Wenn die Bahn investieren muss, dann soll sie das so weit wie möglich aus eigenen Gewinnen finanzieren. Warum also einerseits fremdes Kapital durch einen Börsengang einsammeln und andererseits eigenes Kapital an den Aktionär ausschütten? Herr Verkehrsminister, bitte erklären Sie das.

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Eine Antwort to “Reisen mit der Deutschen Bahn”

  1. Auto gegen Bahn « Redrockreason Says:

    […] hatte ich mich darüber gefreut, dass das Reisen mit der Bahn im Allgemeinen gut […]

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