Neues zum Thema Mindestlohn

Die simple Theorie der Mindestlohngegner sagt: Wenn ein Staat einen Mindestlohn einführt (oder ihn erhöht), nimmt die Beschäftigung unweigerlich ab, weil Arbeitsplätze flugs in die Nachbarstaaten ausgelagert werden. Mit diesem Argument werden Initiativen zur Einführung von branchenspezifischen – oder gar flächendeckenden – Mindestlöhnen immer wieder abgewehrt. Unter Fachleuten war diese einfache Theorie allerdings schon immer umstritten.

Das Handelsblatt berichtet nun über eine neue Studie zu den Beschäftigungseffekten flächendeckender Mindestlöhne. Deren Autoren (A. Dube, T. W. Lester und M. Reich) untersuchen die Effekte von Mindestlöhnen in den USA, die je nach Bundesstaat unterschiedlich hoch sind, auf die Beschäftigungsentwicklung. Das eindeutige Ergebnis: „Wir finden keine negativen Beschäftigungseffekte“. Und das in den USA, wo die Mobilität der Arbeitnehmer viel größer ist als in Europa! Wer soll jetzt noch daran glauben, dass bei einem maßvollen Mindestlohn in Deutschland die Arbeitsplätze von heute auf morgen nach Polen oder Asien verschwinden? Der bornierte Widerstand von FDP und Teilen der CDU/CSU gegen einen flächendeckenden Mindestlohn ist wirklich durch nichts mehr zu rechtfertigen. Vielleicht gibt die Studie ja dem einen oder anderen christdemokratischen Sozialpolitiker zu denken, die Hoffnung stirbt zuletzt…

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