Mesut Özil ist Deutscher

Mesut Özil ist Deutscher. Diese Tatsache ist wohlbekannt und leicht zu merken. Allerdings nicht für die Redakteure des Kicker, die in ihrer Bildergalerie über das Leben des Mesut Özil beklagen, dass der „Deutsch-Türke“ bei Real Madrid noch immer keine Freistöße schießen darf, sich aber trotzdem über dieses „Musterbeispiel gelebter Integration“ freuen: „Trotz türkischer Eltern läuft er für Deutschland auf“.

Liebe Kicker-Redakteure: Bitte merkt Euch, dass Mesut Özil weder Deutsch-Türke noch Türk-Deutscher noch sonst etwas ist. Er ist Deutscher. Er hat im Jahr 2007  seine türkische Staatsbürgerschaft aufgegeben (Quelle). Seitdem besitzt er nur noch einen Pass: den deutschen. Er ist in Gelsenkirchen geboren und zur Schule gegangen (wie viele andere Deutsche). Er spricht fließend Deutsch (wie die meisten, aber längst nicht alle Deutschen). Er schießt Tore für Deutschland (wie nur ganz wenige Deutsche). Was soll er denn noch tun, um Deutscher zu werden? Sich den Bundesadler auf die Brust tatöwieren lassen? Hm, das hätte zumindest der Bundeskanzlerin Freude gemacht:

Quelle: taz.de

Quelle: taz.de

Anscheinend ist ganz egal, was Özil macht: Wer türkische Eltern hat, die aus einem Dorf mit so einem komischen Namen wie Hışıroğlu kommen, wird selbst mit deutschem Pass kein Deutscher, sondern bestenfalls „Deutsch-Türke“. Echte Deutsche kommen nur aus Dörfern mit so schönen Namen wie Hodenhagen, Wixhausen, Oberkotzau oder Adolfshausen. Ein echter Deutscher ist zum Beispiel  der ehemalige Verteidungsminister der USA Donald Rumsfeld, dessen Urgroßvater aus Weyhe in Niedersachsen kam. Hm, schade. Mesut Özil ist mir wesentlich sympathischer.

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